
Seit 2024 befassen sich Gefahrgut- und Gefahrstoffgremien der Vereinten Nationen (UN) mit der Frage, wie Thermite und thermithaltige Gegenstände im internationalen Gefahrgutrecht künftig eingestuft werden sollen. In den jüngsten Sitzungen des Jahres 2026 hat die Debatte deutlich an Dynamik gewonnen.
Thermite sind anorganische Stoffgemische, die nach der Zündung eine stark exotherme Reaktion auslösen. Sie werden seit Jahrzehnten in zahlreichen industriellen Anwendungen sicher und bewährt eingesetzt.
Vor diesem Hintergrund hat der VCI gemeinsam mit mehreren fachkundigen Autorinnen und Autoren ein Positionspapier erarbeitet. Es fasst den aktuellen Diskussionsstand zusammen, beleuchtet bestehende fachliche und regulatorische Herausforderungen und formuliert konkrete Empfehlungen an die beratenden UN-Gremien.
Derzeit werden unterschiedliche Lösungsansätze diskutiert. Dazu gehören sowohl Vorschläge für neue Prüfverfahren als auch Überlegungen, Thermite grundsätzlich als Explosivstoffe der Klasse 1 einzustufen. Eine pauschale Klassifizierung würde jedoch zahlreiche etablierte industrielle Anwendungen unverhältnismäßig belasten und weitreichende Folgen für betroffene Wirtschaftsbereiche nach sich ziehen, ohne dass ein entsprechender Sicherheitsgewinn zu erwarten ist.
Der VCI setzt sich deshalb für einen wissenschaftlich fundierten und risikobasierten Ansatz ein. Unsere zentralen Forderungen sind:
- Eine sachliche und wissenschaftlich fundierte Diskussion ohne pauschale Vorverurteilung eines wichtigen Industriezweigs und seiner Anwendungen.
- Keine Einführung neuer Prüfkonzepte oder Bewertungsansätze ohne ausreichende wissenschaftliche Grundlage und belastbare Datengrundlage.
- Keine Abweichung von etablierten und bewährten Prüfmethoden, solange deren Ungeeignetheit nicht wissenschaftlich nachgewiesen wurde.
- Unterstützung der deutschen Position und der deutschen UN-Delegation bei den laufenden Beratungen.
Auch die deutsche Expertendelegation hat auf UN-Ebene ein Informal Paper eingebracht, das in wesentlichen Punkten zu vergleichbaren Schlussfolgerungen gelangt.
Das VCI-Positionspapier steht in deutscher und englischer Sprache zum Download zur Verfügung.

